Seminar „Einführung in das kollektives Arbeitsrecht“
Das Seminar zur Einführung in das kollektive Arbeitsrecht haben wir im April 2008 durchgeführt. Als Referenten konnten wir Roland Mühland von der FAU gewinnen. Wie bei allen unseren Veranstaltungen war die Teilnahme kostenlos.

Wir haben uns ganz bewusst entschieden, das kollektive Arbeitsrecht zum Thema des Seminars zu machen. Denn hier konnten wir uns das rechtliche Rüstzeug aneignen, um in Auseinandersetzungen in der Arbeitswelt bestehen zu können. Denn kaum ins Arbeitsleben eingetreten, stoßen wir unweigerlich auf Gewerkschaften und ihre Kampfformen. Kaum einer weiß jedoch die rechtliche Situation, in deren Rahmen die reformistischen, gelben und auch revolutionären Gewerkschaften agieren, einzuschätzen.
Das Tagesseminar beschäftigte sich einführend mit dem sogenannten „Kollektiven Arbeitsrecht“. Dabei sind wir insbesondere der Frage nachgegangen, was das Arbeitsrecht ist, wo und wie es geregelt ist. Des Weiteren gab uns der Referent einen Überblick über das Tarifvertragsrecht und das Arbeitskampfrecht. In diesem Zusammenhang wurden die Begriffe wie Gewerkschaft und Betriebsgruppe erläutert. Besondere Erwähnung fanden sogenannte JoberInnen und LeiharbeiterInnen.

Im Zusammenhang mit dem Seminar wurde eine ausführliche Dokumentation ausgegeben. Diese kann auf CD gebrannt bei uns angefordert werden (Vielen Dank an die FAU, die die Verbreitung dieses Wissens aktiv unterstützt!). Die hier anstehende Präsentation zeigt lediglich in Stichworten auf, was Inhalt des Seminars war.

Sie steht hier zum download bereit

Und ergänzend möchten wir Euch zur Erbauung und Motivation ein Gedicht von Kurt Tucholsky aus dem Jahr 1932 nicht vorenthalten:

Die freie Wirtschaft !
Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen.
Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen.
Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen.
Ihr sollt alles weitere dem Chef überlassen.
Kein Betriebsrat quatsche uns mehr herein.
Wir wollen freie Wirtschaftler sein!
Wir diktieren die Preise und die Verträge -
Kein Schutzgesetz sei uns im Wege.
Ihr braucht keine Heime für eure Lungen,
keine Renten und keine Versicherungen.
Ihr sollt euch allesamt was schämen,
von dem armen Staat auch Geld zu nehmen!
Ihr sollt nicht mehr zusammenstehen -
Wollt ihr wohl auseinander gehen!
Ihr sagt: Die Wirtschaft müsse bestehen.
Eine schöne Wirtschaft ! Für wen? Für wen?
Das laufende Band, das sich weiterschiebt,
liefert Waren für Kunden, die es nicht gibt.
Ihr habt durch Entlassung und Lohnabzug sacht
Eure eigene Kundschaft kaputtgemacht.
Denn Deutschland besteht - Millionäre sind selten -
aus Arbeitern und Angestellten!
Und Eure Bilanz zeigt mit einem Male
einen Saldo mortale.
Während Millionen stempeln gehen.
Die wissen, für wen!